Auf unseren Strom-Tracker Pulse sind wir mächtig stolz. Seit September 2022 hat das kleine Gerät dafür gesorgt, dass viel mehr Kund:innen als zuvor dynamisch abgerechnet werden konnten und so unmittelbar von sinkenden Börsenstrompreisen profitiert haben. Vorher brauchte man dafür ein Smart Meter, das in Deutschland aber noch selten verbaut war. Mit dem Pulse reichte ein digitaler Stromzähler, wie er hierzulande weitaus häufiger vorkommt. Der Pulse war damit unsere Brücke zur dynamischen Abrechnung, solange Smart Meter noch Mangelware waren.
Diese Brücke hat ihren Zweck erfüllt. Der Smart-Meter-Rollout (intelligentes Messsystem, iMS) nimmt inzwischen richtig Fahrt auf, und der Smart Meter ist heute die Nummer 1 für die dynamische 15-min-Abrechnung. Seit dem 30. Juni 2026 kann ein neu verbundener Pulse deshalb nicht mehr zur Abrechnung genutzt werden. Ein bereits vor diesem Datum verbundener Pulse dient weiterhin als Abrechnungsgrundlage, bis auf Weiteres. Warum der Smart Meter langfristig die passende Technik ist, erklären wir hier.
Digitaler Zähler und Smart Meter: der Unterschied
Ein digitaler Zähler wird offiziell als moderne Messeinrichtung (mME) bezeichnet und ist an seinem digitalen Display zu erkennen. Er hat eine kreisförmige Datenschnittstelle, die Verbrauchsdaten via Infrarot- oder LED-Signal sendet. Genau dort wurde der Tibber Pulse angesetzt, um diese Informationen auszulesen und über eine Bridge an die Tibber App zu senden.
Ein Smart Meter (in der Fachsprache intelligentes Messsystem, iMSys) verfügt dagegen über eine eigene Kommunikationseinheit, die deine Verbrauchsdaten automatisch übermittelt: das Smart Meter Gateway.
So funktioniert die Abrechnung mit dem Smart Meter
Mit einem Smart Meter erhalten wir deine exakten Verbrauchsdaten (in der Regel einen Tag später) und verrechnen sie mit dem jeweils geltenden Spotpreis der Stunde. Dafür stellt dich dein Netzbetreiber auf die „Abrechnung nach Werten" (LGS) um, und wir informieren dich, sobald das erfolgt ist.
Zum Hintergrund, so lief es beim Pulse (für vor dem 30. Juni 2026 verbundene Geräte): Der Pulse kommuniziert nicht mit dem Netzbetreiber, sondern schickt deine Daten nur an unsere App, wo sie für die Abrechnung verarbeitet werden. Diese Abrechnung erfolgt intern bei uns, eine „Umstellung" durch den Netzbetreiber war daher nicht nötig. Sobald der Pulse Daten sendete, wurde dynamisch abgerechnet.
Warum der Smart Meter die passende Technik ist
Zuverlässigkeit: Direkt ans Netz übermittelte Daten sind sehr zuverlässig und weniger fehleranfällig. Die Bridge des Pulse leitet die Daten dagegen per WLAN weiter. Fällt das WLAN längere Zeit aus, müssen die Lücken mit Werten auf Basis deines Standardlastprofils gefüllt werden, sodass du trotz cleverer Nutzung der günstigen Stunden am Ende unter Umständen mehr zahlst.
Reichweite: Der Smart Meter ist auch dort die Lösung, wo der Pulse an seine Grenzen kam, etwa bei Distanzen von über vier Stockwerken zwischen Zähler und Wohneinheit.
Praktikabilität: Nicht alle Zählermodelle sind optimal mit dem Pulse kompatibel. Durch Neustarts oder wiederholte Installationsschritte waren die Batterien des Pulse oft schneller leer als sonst.
Zukunftsfähigkeit: Anders als der Pulse kann das Smart Meter Gateway bidirektional, also in zwei Richtungen, kommunizieren. Das steckt voller Potenzial, um unser Stromnetz zu einem „Smart Grid" zu machen.
Smartere Zähler, smarteres Netz
Als Smart Grid bezeichnen Expert:innen Netze, in denen Verbrauch, Speicherung und Erzeugung von Strom besser gesteuert werden können, ein dezentrales Energiemanagementsystem. Darin haben Kund:innen mehr Freiheiten, ihren Verbrauch smart zu steuern und Strom möglichst kostengünstig und effizient zu nutzen. Auch Netzbetreiber hätten mehr Kontrolle, um drohende Netzüberlastungen zu vermeiden, etwa indem sie die Leistung bestimmter Großverbraucher wie Wärmepumpen oder Ladeboxen kurz drosseln. Ebenso könnte die Direktvermarktung von selbst eingespeistem PV-Strom unkomplizierter werden. Ein weiteres spannendes Zukunftsthema ist bidirektionales Laden, bei dem sich E-Autos als Speicher nutzen lassen, um bei Bedarf eine zusätzliche Energiequelle für den Haushalt zuzuschalten.
Klar ist: Mit fortschreitendem Ausbau der Erneuerbaren brauchen wir ein intelligenteres Netz. Sonne und Wind lassen sich schwerer voraussagen, also braucht es Möglichkeiten, der schwankenden Erzeugung flexibel zu begegnen. Smart Meter sind dafür unabdingbar und lassen sich dank des gesetzlich beschleunigten Smart-Meter-Rollouts inzwischen deutlich leichter bekommen. Langfristig soll ohnehin jeder deutsche Haushalt mit einem Smart Meter ausgestattet werden. Wohneinheiten mit über 6.000 kWh werden bis spätestens 2032 aufgerüstet, und auch für Haushalte darunter werden die Hürden immer kleiner.
Mehr dazu liest du in unseren FAQs zum Smart Meter.
Der Pulse bleibt wertvoll
Auch mit einem Smart Meter bleibt der Pulse eine wertvolle Ergänzung. Mit ihm verfolgst du deinen Strombedarf in Echtzeit in der Tibber App, spürst Energiefresser leicht auf und optimierst deinen Verbrauch Schritt für Schritt.
